Schmerztherapie

nach Liebscher & Bracht

Die Funktion der Osteopressur

Die METHODE

Die Osteopressur ist eine direkt wirkende Akutmaßnahme. Das liegt daran, dass wir mit der Osteopressur die Bewegungsprogramme im Gehirn nicht dauerhaft umstellen können. Das vermag alleine eine aktiv gesteuerte Bewegung.

Die Osteopressur kann also nur in den Fällen Schmerzen dauerhaft ohne anschließende Bewegungsübungen beseitigen, in denen das muskeldynamisch-fasziale Ungleichgewicht nicht durch das eingeschränkte tägliche Bewegungsprofil, sondern durch Zerrungen oder ähnlichen Überbeanspruchungen durch Verletzung zustande kam. Das betrifft also nur die Fälle, bei denen also das muskeldynamisch-fasziale Gleichgewicht ausreichend vorhanden war. Diese Fälle sind aber sehr selten da das Bewegungspotenzial der meisten Menschen heute eingeschränkt ist.

Um die Situation, die im Körper herrscht, zu verdeutlichen, kann man folgendes Bild benutzen:
Die Gelenke stellen wie als im Wasser schwebende Kugeln dar. Ist ein Gelenk im idealen muskeldynamisch-faszialen Gleichgewicht, liegt die Kugel auf dem Grund. Je mehr die das Gelenk umgebende Muskulatur und die faszialen Strukturen ins Ungleichgewicht kommen, desto höher steigt die Kugel.

Doch solange die Kugel irgendwo zwischen Grund und Oberfläche schwebt, kann der Körper die höhere Spannung ausgleichen oder die überhöhte Belastung ohne zu große Schädigung oder Verschleiß verkraften. Er löst noch keinen Schmerz aus.

Erst wenn die Spannung so hoch ist, dass die Kugel die Wasseroberfläche durchstößt, drohen dem Gelenk oder der Gesundheit erhebliche Schädigungen oder Verschleiß. Erst in diesem Moment projiziert der Körper den Alarmschmerz.

Faszien-Rollmassage

Grundsätze zur Faszien-Rollmassage:

Die Faszien-Rollmassage ist ein zusätzliches Hilfsmittel für die Schmerzpatienten, um ihre Schmerzfreiheit langfristig zu festigen. Sie haben dadurch mehr Möglichkeiten, an sich zu arbeiten, können je nach Tagesform und Lust eher Rollen oder Engpassdehnungen absolvieren und kommen besser in ihre Positionen. Dies ist vor allem wichtig, wenn Engpassdehnungen schwerfallen. Das Rollen erleichtert den Zugang und hilft, die Engpassdehnungen dennoch zu absolvieren.

Durch unsere spezielle Art, die Faszien-Rollmassage durchzuführen, erreichen wir – für den Schmerzpatienten ebenso wie für alle anderen Anwender – wertvolle Resultate. Zwei Ziele stehen dabei im Vordergrund:
Das erste besteht darin, so viel wie möglich Flüssigkeiten im Zwischenzellraum in Bewegung zu setzen. Dadurch sollen Übersäuerungskonzentrationen aufgelöst werden, um ein basischeres Milieu zu erzeugen. Das könnte dazu beitragen, dass die Kontraktion der Myofibroblasten vermindert wird. Weiter soll frische Flüssigkeit aus dem Kapillarsytem nachströmen können, wodurch die Faszien besser durchsaftet werden. Dadurch können „hängende“ Faszien wieder besser gleiten. Beides führt dazu, dass der antagonistische Widerstand gemindert wird. Vorher eingeschränkte Bewegungen fallen also leichter und Schmerzen werden reduziert.

Das zweite Ziel resultiert aus der extrem niedrigen Geschwindigkeit, mit der wir rollen. Dadurch soll eine nur geringe Winkelveränderung der Flimmerhärchen an den Fibroblasten erreicht werden. Durch die minimale Winkelveränderung werden die Fibroblasten dazu angeregt, Kollagenfasern abzubauen. Durch die Kombination mit den Engpassdehnungen wollen wir erreichen, dass nur die Verfilzungen abgebaut werden und eine Umstrukturierung der Faszien zurück zur optimalen Scherengitterstruktur stattfindet. Gleichzeitig extremiert diese sehr langsame Rollgeschwindigkeit die Verschiebung der Zwischenzellflüssigkeit, sodass sie viel mehr Zeit hat, durch die winzigen Zwischenräumen zu strömen.
Den so entstehenden Effekt bezeichnen wir als „fasziales Aufwärmen“. Die Patienten setzen unsere speziell für diese Anwendung konzipierten Liebscher & Bracht- Faszienrollen ein, um beste Ergebnisse zu erzielen. Die Nachgiebigkeit unserer Rollen und Kugeln bei gleichzeitiger Festigkeit und die spezielle Geometrie (Größe, Form) sind optimal, um einerseits genügend physischen Druck zu erzeugen und andererseits Mikroverletzungen und zu intensive Rollschmerz zu vermeiden.

Engpassdehnungen

Die therapeutischen Engpassdehnungen festigen, die in der Osteopressur eingeleiteten Löschungen und Neuprogrammierungen der Basalganglien im Gehirn.

Die 27 Engpassdehnungen sind eine spezielle Form der Muskeldehnung, -kräftigung und -ansteuerung. Sie ist das Resultat unserer Erfahrung im Umgang mit Schmerzzuständen, die wir in über 25 Jahren angesammelt haben. Sie vereint aktive und passive Dehnreize, Kräftigungs- und Ansteuerungsimpulse und sorgt für eine möglichst körpereigene Bewegungsführung.

Dadurch kommen neben den Effekten der „Verlängerung“ der Muskel und Faszien, der Auflösung von Bindegewebsverwachsungen und dem Abbau von „Eiweißbrücken“ noch Ansteurungselemente über Gehirn, Nerven und Zentralnervensystem hinzu. All dies verändert die fehlprogrammierten Ansteuerungsprogramme hin zum gesunden, physiologischen Zustand. Die Engpassdehnungen nutzen verschiedene körpereigene Reaktionsmuster, um den Dehnungseffekt so groß und so dauerhaft wie möglich zu installieren.

Sie sollten einmal bis zweimal täglich an drei bis sechs Tagen wöchentlich verordnet werden. Die Dauer der Engpassdehnungen beträgt mindestens zwei bis 2,5 Minuten, egal ob die in der Normalausführung (drei Schritte in Kombination) oder zunächst nur in einem Schritt geübt wird.

Die Engpassdehnungen sollen einen Schmerz auslösen, der wie bei der Osteopressur gerade noch positiv zu ertragen ist. Die Grenze – wir definieren sie als 10 – ist der Punkt, an dem der Patient körperlich oder mental gegenspannen muss, um den Dehnungsschmerz zu ertragen. Ab dieser Grenze kann der Patient nicht mehr loslassen, er kann nicht mehr ruhig und tief durchatmen. Wenn die Übungsintensität nicht im Effizienzbereich zwischen größer 8 und kleiner 10 liegt, wird das Übungsziel nicht erreicht und die Übung wird weniger effizient sein.

Die Reihenfolgen und Auswahl der Engpassdehnungen hängt von der individuellen Schmerz- und/ oder Schädigungssituation des Patienten ab.

Ihre Ansprechpartnerin für Schmerztherapie

Marekh Giurbino

Sportwissenschaftlerin und Schmerzspezialistin

mgi@physiotherapie-nuernberg-nord.de

Telefon: +49 (0)911 93425-575
Telefax: +49 (0)911 93425-410

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